Foto: Hubert Auer

Mag. Jana Breuste

Freiberuflerin

derzeitig Doktorandin in Salzburg


 

Liebe Frau Mag. Breuste, Ihr berufliches Tätigkeitsfeld ist sehr weit, wobei Architektur stets Ihr Schwerpunkt ist. Sie widmen sich der Erforschung von Architektur, Vermittlung von Baukultur und Beurteilung von Baumaßnahmen. Was macht Architektur für Sie so spannend?

Als vielleicht komplexeste aller Künste spielt die Architektur mit Malerei, Skulptur, Handwerk und Stadt- oder Landschaftsraum in jeweils einzigartiger Weise zusammen. Sie spiegelt überdies unsere Herangehensweisen und Visionen zur Ordnung unseres Zusammenlebens sowie die Veränderung von Systemen, Lebensmodellen und Werthaltungen wider. Die Baukunst ist die Kunstform, die wohl am intensivsten in unserem Alltag und damit in der Öffentlichkeit verankert war und ist: Wir alle leben und arbeiten in Bauten und bewegen uns in den durch sie gebildeten Innen- und Außenräumen. Es ist täglich Freude und Herausforderung zugleich, sich mit einem so unglaublich spannenden, gesellschaftlich wie politisch relevanten Thema beschäftigen zu dürfen!

Sie setzen sich insbesondere für die Erhaltung von Salzburger Bauten ein. Welche Gebäude sind besonders gefährdet und bei welchen gestaltet sich die Erhaltung einfacher?

Die Architektur der Salzburger Altstadt ist seit mehr als 50 Jahren durch ein besonderes Gesetz gut geschützt, was den Druck der Bauindustrie und der Investoren außerhalb ihrer Grenzen enorm erhöht. Ich setze mich dafür ein, dass wir auch hier attraktive Aufenthaltsbereiche mit Raum für Erinnerung behalten. Besonders gefährdet sind da vor allem Bauten auf Industrie-, Verkehrs-, Gesundheits- und Militärarealen oder Objekte in einem ehemals landwirtschaftlichen Kontext. Sie bedürfen an ihren beengten oder mittlerweile mitten im Siedlungskörper gelegenen Standorten Umbauten, Nachverdichtungen oder Umnutzungen. Aber auch die Bauten der Moderne und Nachkriegsmoderne sind in Salzburg besonders gefährdet, da sie hier in geringer Zahl vorhanden oder in ihrer Bedeutung vom Denkmalschutz noch nicht erfasst sind.

Foto: Christoph Prinz

Foto: Karin Wabro

Geben Sie uns ein Beispiel für einen relativ typischen Arbeitstag.

Grundsätzlich gibt es einen typischen Arbeitstag bei mir nicht. Die Abwechslung macht vielseitig, erfordert aber eine stringente Organisation und viel intrinsische Motivation. Ein Beispiel für zwei Tage (alle Wege mit dem Rad - da kann man gut denken und hat gleichzeitig etwas Bewegung): Ich arbeite vormittags in der Grafikabteilung des Salzburg Museums, danach wechsele ich zu einem Beratungstermin in die Sachverständigenkommission, am Abend höre ich mir zur Weiterbildung einen Vortrag an, z.B. einen der Reihe "Prima idea" oder des Vereins der Freunde der Kunstgeschichte an unserem Fachbereich. Tags darauf suche ich früh das Stadtarchiv für Recherchen zu einer in der Freiberuflichkeit bearbeiteten Bauforschung oder Publikation auf, danach halte ich eine Lehrveranstaltung an der Universität Salzburg, wieder am heimischen Computer bearbeite ich die eingegangenen Mails von Auftraggebern, Partnern oder Studierenden.

Ein kleines Filmporträt von mir anlässlich des Salzburgpreises finden Sie auf Youtube.

Was sind Ihrer Meinung nach die drei wichtigsten Gründe, gerade in Salzburg Kunstgeschichte zu studieren?

Die Größe des Instituts und der Stadt. Das ermöglicht individuellere Betreuungsmöglichkeiten und macht es aus meiner Sicht auch leichter, sich in einem bestimmten Bereich zu etablieren. Salzburg verfügt über eine vielfältige Bau- und Kunstgeschichte und ist Sitz zahlreicher Kultur- und Bildungsinstitutionen - das bietet reiche Betätigungs- und Weiterbildungsfelder.

Zudem ist es UNESCO-Weltkulturerbe und hat eine gut geschützte und von Touristen wie Einheimischen oder Studierenden geschätzte, wunderschöne Altstadt, in der es sich gut leben lässt.

Foto: Elisabeth Leberbauer

Foto: Hubert Auer

Was empfehlen Sie den Studierenden für den Berufsalltag?

Bilden Sie sich selbst weiter, lesen Sie viel und besuchen Sie Vorträge und Konferenzen! Knüpfen Sie Kontakte! Werden Sie sich bald klar, wofür Sie wirklich brennen und stecken Sie Ihre - am Beginn des Berufsalltags noch im Übermaß vorhandenen Energien - vor allem in dieses Ziel! Dann werden Sie in Ihrem Beruf glücklich. Kollegialität zahlt sich dabei immer mehr aus als Ellenbogen-Taktik.

Keine Angst vor einem Neuanfang: Verpassen Sie nicht den Moment, in dem ein Arbeitgeberwechsel für Sie die Möglichkeit bietet, Ihre vielseitigen Fähigkeiten noch besser anzuwenden. Heute werden vor allem Persönlichkeiten mit umfangreichen Kompetenzen in unterschiedlichen Bereichen gesucht. Nehmen Sie Herausforderungen an!

Mein wichtigster Tipp: Bleiben Sie sich selbst treu! Sie verfügen über einen wachen, kritischen Verstand und dürfen ruhig auch ihre ganz eigene, begründete Meinung haben.


 
 
 
 
 
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